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Mittwoch, 09. Juli 2008

Was ist.....ein Chawl?

Chawls sind günstige Herbergen für Arbeiter in Großstädten wie Dheli oder Mumbai. Bestehend aus einem Zimmer sind sie mit einem Gemeinschaftsbalkon mit den anderen Zimmern verbudnen, verteilt auf max. 6 Stöcke, mit Gemeinschaftsbädern.
Meist reihen sich einige Chawls aneinander und teilen sich einen Innenhof.
Privatsphäre entsteht kaum und man verbringt praktisch den Tag mit den Nachbarn. Ein eigenes Soziales Leben entstand.
Im Erdgeschoss findet man meistens kleine Läden.

Die Geschichte der Chawls begann vor rund einem Jahrhundert wo man die Zimmer meist Arbeitern aus Fabriken vermietete (Tag und Nachtschicht), nach und nach zogen deren Familien nach. Früher schön verzierte und gut gebaute Häuser sind es heute eher Bruchbuden gleich.

Durch eine Wiederaufwertung der Häuser und Grundstücke in Großstädten werden viele der Chawls zur Zeit abgerießen (manche renoviert) und neue (Hoch)Häuser gebaut, und die Mieter umgesiedelt. Dadurch geht jedoch manchmal der alte Charme und das soziale Zusammenhalt der Chawl Bewohner verloren.


(Quelle)www.macalester.edu/.../espencer/chawls.html

Mittelschicht in Indien

Indiens Wirtschaftsaufschwung und somit auch das Wachstum führt zu gravierenden Veränderungen in den Gesellschaftsschichten.
Allen voran profitiert vor allem die Mittelschicht von dieser Situation des Wachstums. Ein Kreislauf zwischen Wirtschaft und Bevölkerung entsteht, denn die Mittelschicht Indiens wird / ist eine ernstzunehemende Kaufkraft die man nicht unterschätzen sollte. Durch den Wirtschaftsaufschwung steigen die Nettoeinkommen pro Haushalt und viele Inder haben nun ersmals die Chance sozial aufzusteigen (Pro Kopf Einkommen in Indien ca. 300 Euro - niedrig für uns, viel für indische Verhältnisse).
Der Soziale Aufstieg entsteht vor allem durch die besseren Möglichkeiten der Arbeit und die höhere Schulbildung (denn kaum ein Inder vertraut wirklich auf das staatliche Schulsystem und schickt seine Kinder wenn möglich auf Privatschulen auch wenn das heißt das ein Kredit aufgenommen werden muss).
Die Mittelschicht wird in Indien vorallem als gemeinsamer Haushalt betrachtet (und nicht die einzelnen Personen).

Mit europäischen Verhältnissen ist die indische Mittelschicht aber nicht wirklich vergleichbar. Sie wohnen zb. in drei- oder mehrstöckigen Gebäuden bei denen der Putz abbröckelt, lose Kabel von der Decke hängen, die Aussicht aus dem Fenster das Wohnzimmer des Gegenübers ist, die Straße vor dem Haus ungeteert und staubig sein kann. Für uns ein heruntergekommenes Viertel, für die Inder eine beliebte Wohngegend, deren Grundstücke stetig im Preis steigen.

Desweiteren ist in Indien Mittelschicht nicht gleich Mittelschicht. Unterteilen lässt sie sich vor allem beim Gehalt.
untere Mitteschicht (= Kletterer, Aufstrebende):
Verdienst 100-300 Euro monatlich, 1000 Euro aufwärts Jahreseinkommen
Eigentum: Telefon, Fahrrad, kleiner schwarz-weiß Fernseher
Wohnung: ein Zimmer in Slumviertel mit festen Mauern
Erste Konsumgüter sind leistbar

Mittlere Mittelschicht (konsumorientierte Klasse, Ausgebende):
Verdienst 500 Euro aufwärts monatlich, 2000 Euro aufwärts Jahreseinkommen
Eigentum: Moped, Tv, Kühlschrank, Handy
Wohnung: Kleinwohnung mit zwei Zimmern in besserer Gegend

höhere Mittelschicht (wohlhabende Mittelschicht):
Verlgeichbar mit der Europäischen Mittelschicht
Verdienst ab 3000 Euro
Eigentum: Klimaanlage, Auto; einen Urlaub mit Flugzeug


Die indische Mittelschicht in Zahlen, das wären rund 50 Millionen - also im Gesamtvergleich mit der indischen Bevölkerung von ca. 1,2 Milliarden Einwohnern eigentlich wenig.
Obwohl davon also nur ca. rund 8% der hohen Mittelschicht und der Oberschicht angehören(verglichen mit der überwiegenden Unterschicht), sind sie die herrschende und treibende Dominante in der Indischen Gesellschaft.

Nachteile:
Vorallem bei der mittleren Mittelschicht entstehen durch die Konsumorientierung neue Probleme. Es wird mehr ausgegben als reinkommt - Kreditboom entsteht.

Der Wirtschaftswachstum bezieht sich nur auf die Städte, die Landbevölkerung bleibt davon weitgehend unberührt.